Die Notfalldose - im Gespräch mit Bernward Kaltegärtner

 

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Man lebt allein. Man ist abhängig von seinen Medikamenten, die auf dem Medikamentenplan gelistet sind. Selbst kennt man ja seine Ordnung, die Liste mit den Medikamenten ist in der Schublade des Nachttisches, oder im kleinen Schrank im Flur. Man erleidet einen Unfall zu Hause. Die Rettungskräfte kommen an und man kann selbst nicht artikulieren, wo sich die Liste der Medikamente befindet. Was dann? Dies ist kein ungewöhnliches Szenario und genau für diesen Fall wird zur Notfalldose geraten. Was sich dahinter verbirgt, erzählt uns Bernward Kaltegärtner.

 

 

 Bernward, wie ist der normale Ablauf eines Notfalls, wenn die Rettungskräfte in das Haus des Verletzten kommen? 

Nach der Öffnung der Eingangstür wird auf deren Innenseite geschaut, ob ein Aufkleber auf eine Notfalldose im Kühlschrank hinweist. Einer versorgt die Person, einer schaut nach den Angaben in der Notfalldose.

 

Wie kommt dabei nun die Notfalldose ins Spiel? 

Dort ist hinterlegt, welche Besonderheiten wie Medikamente oder Allergien bei einer Behandlung beachtet werden sollten. Diese Angaben sind im medizinischen Bereich ein erster Anhalt für die Rettungskräfte. Und dann ist auch hinterlegt, wer von Angehörigen und Freunden informiert werden muss. Wichtig: wenn eine Person ins Krankenhaus kommt, steht in der Notfalldose auch, ob Haustiere versorgt werden müssen, ob es Patientenverfügungen oder Organspendeausweise gibt und wo diese liegen. So landen die wesentlichen Informationen bei den Rettungskräften, ohne dass diese lange suchen müssen.

 

Würde es nicht reichen, in den Geldbeutel oder ins Handy der verletzten Person zu schauen um über Medikamente/Erkrankungen zu erfahren? 

Nein. Handys haben in der Regel eine Sperre. Geldbeutel/Börsen sind im Haus nicht unbedingt bei der Person und einen großen Informationszettel wird man nicht ohne weiteres unterbringen können.

 

Warum handelt es sich überhaupt um die Form einer Dose? 

Das ist eine Form, die auf jeden Fall in eine Kühlschranktür passt und dort neben Butter und Eiern gelagert werden kann.

 

Wer sollte sich also eine Notfalldose anschaffen? 

Alle, die alleine in einem Haushalt wohnen.

 

Wenn ich mir nun eine Dose besorgen möchte - wo mache ich das und wo stelle ich sie in meine Wohnung? 

Mittlerweile sind die Verbreitungswege vielfältig. Alle Gemeinden im Landkreis sowie das Bürgerbüro der Stadt Cuxhaven bieten diese Dosen für 2€/Stück an. Aber auch das DRK gibt diese Dose über an die Kunden der Sozialstationen und Hausnotruf weiter. Viele DRK Ortsvereine verschenken sie auf Weihnachtsfeiern oder bieten sie den Senioren zum Kauf an. In der Wohnu8ng gehört die Dose in den Kühlschrank. Denn den findet jeder. Immer.

Weitere Informationen zur Notfalldose sind hier zu finden.