Rettet das Cux-Watt


Spricht man mit Peter Roland, Begründer der seit Ende Februar 2017 bestehenden Bürgerinitiative Rettet das Cux-Watt, fällt bei seinen umfangreichen Kenntnissen über das  Watt nicht auf, dass er selbst kein gebürtiger Cuxhavener ist. Der zugezogene Wuppertaler liebt das Watt schon seit Kindesalter. Herr Roland bezeichnet sich selbst als „absoluten Nordseefan“. Er erzählt gern von seinen Spaziergängen durch das Watt, selbst bei Nebel und ohne Begleiter, mit dabei hat Herr Roland dann zwei Mobiltelefone und einen Kompass.

Was seine Wattwanderungen trübt, sind die Veränderungen, die er beobachtet. „Das ist ja nicht mehr das gesunde Mischwatt, was dort liegt. Das sind immer größer werdende Schlickfelder als Symptom einer permanenten Erhöhung des Wattbodens“, erzählt er.

Er befürchtet die Entstehung von Salzwiesen und Sandwüsten und vor allem, dass ein ganzes Weltnaturerbe zerstört werden könnte.

Nachdem Herrn Roland die Veränderungen aufgefallen sind, verfasst er Leserbriefe, die er an die Cuxhavener Nachrichten schickt, bis er schließlich eine Bürgerinitiative gründet.

Zusammen mit Tanja Schlampp ist er auf der Suche nach den Gründen für die dramatische Veränderung des Watts.

Seine Mitbegründerin schrieb eine Zusammenfassung aus mehr als 2000 Seiten Systemstudien und weiteren Quellen, die sie gelesen hatte, und stellt somit das fest, was es zuvor noch nicht gab: einen Beweis für den unmittelbaren Zusammenhang der Wattproblematik, den Verklappungen, die in der Nähe Cuxhavens erfolgen, der letzten Elbvertiefung, den Ausbaggerungen und dem Leitdamm.

Doch die Ursachenforschung alleine reicht Herrn Roland nicht. Er fordert die Öffnung oder die Senkung des Leitdammes, wie auch den Verklappungsstopp in unmittelbarer Nähe. Mit seiner Bürgerinitiative hat er nun vor, zunächst Gespräche mit Verwaltung und Politik, an das Landesumweltministerium zu schreiben, sowie an Umweltverbände. So möchte er auf das Thema aufmerksam machen und zu einer Zusammenarbeit bewegen.

Das Thema der Wattveränderung macht die Bürgerinitiative aber auch durch die Webseite groß. Erklärungen zu Begrifflichkeiten wie Feinmaterialbilanz oder Schluff lassen sich dort finden. Auch Erläuterungen zu den herausgefundenen Ursachen der Verschlickungen und auch Statements der Mitglieder der Bürgerinitiative. Als ihr Sprecher schreibt er auf der Webseite: „Das Wattenmeer ist aufgrund des Nahrungsreichtums Heimat für ca. 10.000 Arten von Pflanzen und Tieren. Außerdem ist es das vogelreichste Gebiet Mitteleuropas und lebenswichtig für Millionen Zugvögel. Deshalb darf dieses einzigartige Ökosystem nicht von Menschenhand zerstört werden“ und betont in einfachen Worten die Bedeutung des Watts.

Das macht Herrn Roland, der vor seiner Rente als Kommunalbeamter gearbeitet hat, auch aus. Er erzählt von den Vorgängen im Watt verständlich und jongliert nicht mit großen Begriffen herum, stattdessen ist im Gespräch mit ihm stets die Leidenschaft für Küstenlandschaft anzumerken.

 

Als Engagierte Stadt Cuxhaven finden wir die Thematik der Bürgerinitiative natürlich ebenso wichtig und wünschen „Rettet das Cux-Watt“ viel Erfolg!